Fallstudie Resourcen und Konflikte: Tangguh
Das BP Tangguh Erdgasprojekt in West-Papua/ Indonesien
Ressourcenextraktion in einem fragilen Umfeld
Fallstudie
(1mb)
Das BP Tangguh-Erdgasprojekt in der indonesischen Provinz (West-)Papua ist das zurzeit größte Entwicklungsvorhaben in Indonesien. In der Bintuni Bay im Westen Neuguineas wird BP ab 2008 Erdgas aus offshore-Feldern fördern, an Land verflüssigen und an Abnehmer unter anderem in der VR China und den Vereinigten Staaten exportieren. Gegenwärtig werden die entsprechenden Anlagen mit dem Einsatz von rund 9000 Arbeitskräften gebaut.
Das Tangguh-Projekt entsteht in einer peripheren Region Indonesiens. Die lokalen gesellschaftlichen Strukturen sind von Subsistenzwirtschaft und traditionaler Vergemeinschaftung geprägt.
Die staatlichen Institutionen vor Ort sind (abgesehen von Polizei und Militär) schwach. Die Region muss – selbst im indonesischen Vergleich – als unterentwickelt gelten. Das Tangguh-Projekt wird zu einschneidenden Veränderungen der ökologischen, sozialen, politischen und kulturellen Verhältnisse in der Region führen. Diese Veränderungen können Konflikte und Konflikteskalation mit sich bringen, zumal das Projekt in einem weiteren politischen Umfeld angesiedelt ist, welches von der Auseinandersetzung zwischen der indonesischen Zentralregierung und ihren Sicherheitskräften einerseits und einer papuanischen Sezessionsbewegung andererseits sowie von vielschichtigen Konkurrenzen zwischen verschiedenen Sektoren der papuanisch-indonesischen politischen Elite geprägt ist.

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