Internationale Konferenz zu Migration und Sicherheit
Über 150 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft sind der Einladung des BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) gefolgt, vom 22. bis 23. Februar 2008 in Bonn auf einer internationalen Konferenz Probleme der afrikanischen Diaspora in Europa zu diskutieren. Die zweitätige Veranstaltung mit dem Titel „The Security – Migration Nexus. Challenges and Opportunities of African Migration to EU Countries“ im Haus der Deutschen Welle wurde unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
In ihrem Impulsreferat zur Konferenz betonte Bundestagspräsidentin a.D. Prof. Rita Süssmuth, Vorsitzende der „EU Hochrangigen Beratergruppe (High Level Group) für Integration von benachteiligten ethnischen Minderheiten in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt“ sowie Mitglied im Kuratorium des OECD Entwicklungszentrumprojekts „Bereicherung durch Migration“: „Die weltweite Migration ist keine Bedrohung, sondern ein bereichernder Tatbestand, wenn wir sie zum Vorteil aller Beteiligten gestalten. Migranten sind ein Teil der Lösung unserer nationalen und globalen Probleme.“
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Erich Stather, Staatsekretär im BMZ, Winfried Mengelkamp, Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MGFFI), Bärbel Dieckmann, Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn, Miodrag Soric, Chefredakteur DW-Radio, und Peter J. Croll, Direktor des BICC.
Die Konferenz hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedürfnisse und Anliegen aller Beteiligten am Migrationsgeschehen – also der Migranten, der Herkunftsländer und der Aufnahmeländer – zu beleuchten. „Wir möchten sowohl wissenschaftliche als auch politische Impulse setzen, die in einen ausgewogenen und gleichberechtigten Dialog zwischen den beteiligten Akteuren einfließen sollen“, hofft Croll.
„Oft wird die Diskussion um das internationale Migrationsgeschehen von diffusen Ängsten und Katastrophenszenarien überlagert, was eine nüchterne Auseinandersetzung mit diesem globalen Thema erschwert“, erläutert Croll. Natürlich dürften Probleme, die aus mangelnder Integration, illegaler Migration oder gar Menschenhandel resultieren, nicht verharmlost werden.
Dennoch unterstreichtauchBICC-Expertin Andrea Warnecke: „Wir brauchen eine ausgewogene Herangehensweise, um den Wechselwirkungen von Sicherheit und Migration gerecht werden zu können.“ Berücksichtigt werden sollten die Situation in den Herkunftsländern, insbesondere der Einfluss von Diaspora-Organisationen auf Konflikte und Friedensprozesse, die Lebensbedingungen und Sicherheitsbedürfnisse der Migranten in europäischen Ländern sowie die Auswirkungen von Diasporaaktivitäten auf die Sicherheitsinteressen der Aufnahmeländer.
Die Teilnehmer der Konferenz kommen aus zahlreichen afrikanischen Ländern sowie u.a. aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, der Schweiz und Finnland, darunter Dr. Fiona Adamson, University of London, Melkamu Adisu, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Äthiopien, Dr. Steffen Angenendt, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Dr. Claudia Aradau, The Open University, UK, Eugène Kandekwe, Migration for Development (MIDA), Ruanda, Ndioro Ndiaye, International Organization for Migration (IOM), Genf, sowie Dr. Tamer Afifi, United Nations University (UNU – EHS), Bonn. Auch zahlreiche NGOs, darunter der Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO), die African Youth Foundation (AYF) und der Afrikanische Dachverband NRW sind an der Konferenz beteiligt.

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