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Jahresbericht 2007/2008

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Der vorliegende Jahresbericht 2007/2008 will Sie informieren, wie sich das BICC an der Schnittstelle zwischen Entwicklung und Frieden weltweit in anwendungsorientierter Foschung, Beratung und Kapazitätenaufbau (capacity-building) engagiert.

Wir haben es uns zur Aufgabe (mission) gemacht, zu Frieden und Entwicklung durch Maßnahmen zur Verhinderung gewaltsamer Konflikte und deren konstruktiver Transformation beizutragen. „Konflikte“ bilden ein übergreifendes Arbeitsfeld, in dem wir durch methodisches und thematisches „Looping“ anwendungsorientierte Foschung, Beratung und Kapazitätenaufbau (capacitybuilding) miteinander verbinden. Die im Jahresbericht beschriebenen Projekte spiegeln wider, wie wir unsere Forschungs- und Beratungsschwerpunkte strategisch neu ausrichten und systematisch weiterentwickeln wollen.

Es ist uns gelungen, für diesen Jahresbericht mit Prof. Dr. Hans Blix, Vorsitzender der International Commission on Weapons of Mass Destruction, Stockholm, und Mitglied des Internationalen Beirats des BICC, einen sehr prominenten Gastautor zu gewinnen. Sein Editorial handelt von den gegensätzlichen Tendenzen in der globalen Sicherheit. Der Datenteil des Jahresberichts, der weltweite Trends bei Verteidigungsausgaben, Streitkräften, Waffeneinfuhren und Militarisierung darlegt, bestätigt seine Einschätzung, dass wir eine „Neuauflage der Politik des Kalten Krieges ohne Kalten Krieg – mit anderen Worten, einen Kalten Frieden“ erleben. Als übergeordnetes Ziel definiert Blix deshalb, neue Marschrouten auf dem Weg zur Abschaffung sämtlicher Massenvernichtungswaffen zu finden.

Hierzu wollen wir mit unserer Projektarbeit in Sachen Kleinwaffenkontrolle – den derzeit am häufigsten eingesetzten Massenvernichtungswaffen – einen Beitrag leisten. Ein spezielles Traningsmodul ist überschüssigen Waffen, der Markierung und Rückverfolgung von Kleinwaffen sowie ihrer (sicheren) Lagerung gewidmet. Das BICC intensivierte zudem seine Beratungs- und Trainingsarbeit zur Kleinwaffenkontrolle im Südsudan, beriet die dortige Regierung in Sachen Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration (DD&R) und führte Workshops zur Kleinwaffenfrage durch, bei denen Zivilgesellschaft und Medien einbezogen wurden.

Auch im Bereich Datenbankservices hat das BICC Innovatives zu bieten. Die Rüstungsexportdatenbank (www. ruestungsexport.info) wurde im Jahr 2007 um eine Internet basierte Kartenkomponente erweitert, die zusätzliche und vielschichtige Informationen gewährt. Mit dem Resource Conflict Monitor (RCM) wiederum ist es gelungen, eine Datenbank über 90 rohstoffreiche Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen der letzten elf Jahre zu entwickeln, die Aufschluss über Konflikte, Ressourcenmanagement und Einbindung in internationale Abkommen gibt. Der RCM ist Teil der Forschung des BICC in ausgewählten Themenfeldern an der Schnittstelle zwischen Entwicklung und Sicherheit.

Der Ressourcenthematik gewidmet ist auch Fatal Transactions, eine internationale Kampagne, die sich für einen gerechten und fairen Abbau von natürlichen Rohstoffen in Afrika einsetzt und bei der das BICC als Koordinator in Deutschland fungiert.

In Liberia evaluierten wir im Rahmen eines europäischen Konsortiums das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zur Reintegration ehemaliger Kämpfer.

Eine ganz andere Art der Beratung leistete das BICC mit der Studie zu Sicherheitstechnologien und Arbeitsplätzen am Beispiel des Düsseldorfer Flughafens. Ebenfalls in den Bereich der anwendungsorientierten Forschung fallen die BICC-Projekte zu Friedensmissionen der Vereinten Nationen und dem Beitrag der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zum Peacebuilding sowie über die Rolle des Sicherheitssektors in autoritären Regimes in Zentralasien.

Eine weitreichende inhaltliche Weichenstellung stellt schließlich ein EU-gefördertes, internationales Projekt dar, das am Beispiel des Horn von Afrika neue Erkenntnisse zu Diasporaaktivitäten in den Herkunftsländern, den Aufnahmeländern sowie auf der transnationalen Ebene gewinnen will. Mit der Entscheidung Migrationsund Diasporaforschung in sein Forschungs- und Beratungsportfolio aufzunehmen, platziert sich das BICC erstmals im Spannungsfeld „Migration, Integration, Entwicklung und Frieden“.

Die Spannbreite unserer Arbeit stellte uns vor besondere Herausforderungen, die wir dank der hohen Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der hervorragenden Zusammenarbeit mit unseren Partnern und der Bereitschaft unserer Mittelgeber, uns weiterhin zu unterstützen, meistern konnten. Mit unserem Jahresbericht 2007 /2008 möchten wir unsere Entwicklung für Sie transparent machen und Sie zur Diskussion einladen.

Peter J. Croll
Direktor des BICC