Migration und Vertreibung in Afrika südlich der Sahara - Internationale Konferenz berät in Bonn
13. Februar 2009
Fast 200 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft sind der Einladung des BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) gefolgt, vom 13. bis 14. Februar 2009 in Bonn auf einer internationalen Konferenz Ursachen und Folgen der Süd-Süd-Migration in Afrika zu diskutieren. Die zweitätige Veranstaltung mit dem Titel „Migration and Displacement in Sub-Saharan Africa. The Security – Migration Nexus II“ im Haus der Deutschen Welle wurde unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Bereits vor einem Jahr hatte sich eine BICC-Konferenz zum Thema „Sicherheit und Migration“ mit den Herausforderungen und Chancen von Migration aus Afrika nach Europa beschäftigt. Die diesjährige Folgekonferenz widmet sich nun der Süd-Süd Migration. Der Focus wird dabei auf der unfreiwilligen Migration liegen.
„Noch immer ist die Vorstellung weit verbreitet, dass der Großteil der afrikanischen Migrantinnen und Migranten nach Europa bzw. die entwickelten Staaten des Nordens abwandert. Dies ist jedoch nicht der Fall“, erläutert Peter J. Croll, Direktor des BICC. Nur 1,5 Prozent aller Menschen aus Afrika südlich der Sahara lebten etwa in Staaten der Europäischen Union. Über zwei Drittel aller Migrantinnen und Migranten aus Ländern südlich der Sahara wanderten jedoch innerhalb der Region aus.
Auf der internationalen BICC-Konferenz werden deutsche und internationale Expertinnen und Experten aus Forschung, Politik und Zivilgesellschaft, darunter Vertreter der relevanten Ministerien und internationaler Organisationen u.a. über die Ursachen unfreiwilliger Migration in Afrika südlich der Sahara sowie die humanitären, sozialen und rechtlichen Konsequenzen für alle Betroffenen diskutieren.
Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz, die von Dr. Doris Witteler-Stiepelmann, BMZ, Winfried Mengelkamp, MGFFI (Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen), und Peter J. Croll, BICC, eröffnet wird, gehören u.a. Vertreterinnen und Vertreter der AU (Afrikanische Union) und ECOWAS (Economic Community Of West African States), von UN-Organisationen wie UNU-EHS (United Nations University) und UNHCR (UN-Flüchtlingsagentur) sowie internationaler humanitärer Organisationen wie ICRC (International Committee of the Red Cross) und IOM (International Organisation for Migration).
Untersucht werden soll die Rolle von unfreiwilligen Migrantinnen und Migranten in (Post-)Konflikt- und Notsituationen in Afrika südlich der Sahara. Auch die Auswirkungen, die unfreiwillige Zu- und Abwanderung sowie Rückkehr und (Neu-)Ansiedelung auf die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in den Ländern der Region haben, wird die Konferenz behandeln. „Flucht und Vertreibung, vor allem infolge von bewaffneten Konflikten, haben tiefgreifende Folgen für Entwicklung, Stabilität und Sicherheit der betroffenen Staaten und stellen besondere Handlungsanforderungen an die Politik auf allen Ebenen und das internationale humanitäre Regime“, betont Croll.
Die teilnehmenden Experten, von denen viele aus Afrika südlich der Sahara kommen, wollen konkrete Instrumente und Handlungsansätze zur Flüchtlingsfrage auf nationaler regionaler Ebene erörtern. Eine besondere Rolle sollen schließlich auch die Erfahrungen und Perspektiven von zivilgesellschaftlichen Organisationen spielen.
„Als Friedens- und Konfliktforschungsinstitut möchte das BICC Flucht und Vertreibung insbesondere unter dem Gesichtspunkt von Sicherheit diskutieren. Gerade die Aufnahmeländer stehen hier vor großen Herausforderungen, für die weder Forschung noch Politik bisher angemessene Lösungsansätze entwickeln konnten. Die internationale Konferenz soll hierzu Impulse geben“, hofft Croll.
Mehr Informationen und Interviewwünsche bitte an:
Susanne Heinke, Pressesprecherin BICC, Tel. 0228/911 96 44, pr@bicc.de

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