Internationales Konversionszentrum Bonn (BICC) wird 15 Jahre
23. Juni 2009
Am 22. Juni 2009 feierte das BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn – Bonn International Center for Conversion) im Wissenschaftszentrum Bonn sein 15-jähriges Bestehen. Zu den Gratulanten gehörten der Aufsichtsratsvorsitzende des BICC Dr. Michael Stückradt, Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, der Prorektor der Universität Bonn Prof. Dr. Armin B. Cremers und Prof. Dr. Herbert Wulf, erster Direktor des BICC.
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„Viele der Hoffnungen, die 1994 an den Begriff ‚Konversion’ gerichtet waren, haben sich leider nicht erfüllt“, resümierte Peter J. Croll, Direktor des BICC, in seiner Ansprache. Die Friedensdividende fiel kleiner aus als erhofft. Die Militärausgaben stiegen in den letzten fünf Jahren ständig weiter an. Die Schallgrenze von jährlich 1.000.000.000.000 (eine Billion) US-Dollar wurde bereits 2005 durchbrochen. Die Kluft zwischen Militär- und Entwicklungsausgaben hat sich immer weiter vergrößert.
Angesichts dieser Herausforderung habe sich das Konversionszentrum seit seiner Gründung weiterentwickelt und erneuert. „Mit anwendungsorientierter Forschung, Beratung und Capacity building will das BICC Frieden und Entwicklung fördern“, betont Croll. Zu seinen aktuellen Arbeitsschwerpunkten gehören heute die Beratung bei Demobilisierungs- und Reintegrationsprozesse etwa in Kolumbien, Kleinwaffenkontrolle z.B. in West- und Ostafrika sowie die Zusammenhänge zwischen Rohstoffen und Konflikten bzw. Migration und Sicherheit. Einen besonderen Schwerpunkt legt das BICC auf die Erforschung von globalen Trends, Export und Kontrolle von Rüstung. „Der Globale Militarisierungsindex, der dieses Jahr zum ersten Mal erschien, untersucht in 151 Staaten, welche Auswirkungen Größe und Zusammensetzung des Militärapparats auf die menschliche und wirtschaftliche Entwicklung eines Staates haben“, erläutert Croll.
Aufsichtsratsvorsitzende des BICC Dr. Michael Stückradt sprach von einer beeindruckenden und positiven Bilanz der 15-jährigen Arbeit des BICC. In einem verlesenen Grußwort hob Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann hervor, dass Bonn „als ‚Taufpatin’ vor 15 Jahren Einzug in den Namen des Bonn International Center for Conversion gefunden“ habe. „Das BICC hat darüber hinaus vielfältige Bezüge zu den Profilen unserer Stadt als Internationales Kompetenzzentrum und als Wissenschaftsstandort“, führte Dieckmann aus.
„Die Stadt Bonn ist im letzten Jahrzehnt im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit der Standort in Deutschland geworden, das BICC hat an dieser Entwicklung erheblichen Anteil. Davon profitiert auch die Universität“, würdigte Prorektor Prof. Dr. Armin B. Cremers die Arbeit des Friedens- und Konfliktforschungsinstituts.
„Es ist erfreulich zu sehen, wie sich die Zusammenarbeit des BICC mit zahlreichen internationalen Organisationen entwickelt hat - von den Vereinten Nationen bis zu lokalen Nicht-Regierungs-Organisationen in vielen Ländern der Welt“, hob schließlich sein erster Direktor Prof. Herbert Wulf hervor.
In der Einschätzung, dass für das BICC als Friedens- und Konfliktforschungsinstitut noch viel zu tun ist, waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Abends einig. Mit dem Verweis auf Immanuel Kants Ausspruch „Frieden ist das Meisterwerk der Vernunft“ wünschte Oberbürgermeisterin Dieckmann: „Möge dem BICC eines Tages dieses besondere Meisterstück gelingen, sich selbst in einer Welt ohne Gewalt und ohne Kriege obsolet zu machen.“
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