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"Digging for Peace" - Internationale Konferenz diskutiert über die Rolle von Privatunternehmen und Schwellenländern in Konfliktregionen

Über 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft sind der Einladung des BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) und der internationalen Kampagne Fatal Transactions (FT) gefolgt, auf einer internationalen Konferenz am 21. und 22. November 2008 in Bonn über die Probleme von Privatunternehmen und Schwellenländern in Konfliktregionen zu diskutieren. Die zweitätige Veranstaltung mit dem Titel “Digging for Peace: Private Companies and Emerging Economies in Zones of Conflict” im Haus der Deutschen Welle wird von der Stiftung Internationale Begegnung der Sparkasse Bonn, der Europäischen Union und Oxfam Novib unterstützt.

Die diesjährige Fatal Transactions Konferenz findet in Bonn statt. Das Fatal Transactions Mitglied BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) ist Gastgeber dieser zweitägigen Veranstaltung. Die Konferenz führt wichtige Akteure zusammen, die in der Debatte um Rohstoffe und Konflikte engagiert sind. „Deutschland ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor in dieser Auseinandersetzung, da die deutsche Industrie große Mengen an Rohstoffen verbraucht. Nicht alle Rohstoffe kommen aus Ländern, in denen Frieden herrscht, und beruhen auf wirtschaftlich vernünftigen Investitionen. Daher sollte Deutschland eine positive Führungsrolle spielen, den Bergbausektor transparenter und nachhaltiger zugestalten,“ führt Anneke Galama, Internationale Koordinatorin der Fatal Transactions Kampagne, aus.

Die Konferenz bietet eine Plattform, den gegenwärtigen Stand der Rohstoffgewinnung in (möglichen) Konfliktgebieten zu analysieren. Hierzu werden ? Fallstudien aktueller Krisenherde in Afrika, wie dem Tschad, Liberia, Côte d' Ivoire und Sudan, präsentiert. Obwohl Unternehmen ihre Verantwortung mehr und mehr wahrnehmen und sich positiv in die Entwicklung nach Konflikten einbringen, sind sie doch oft auch Teil des Problems und werden zum Krisen- statt zum Friedensstifter.

In der Paneldiskussion über „Investitionen in den Frieden: Geschäfte in (Nach) Konfliktländern“ wird MinDir Adolf Kloke-Lesch (Globale und sektorale Aufgaben; Europäische und multilaterale Entwicklungspolitik; Afrika; Naher Osten, BMZ) einen Überblick über Deutschlands Entwicklungspolitik geben. S.E. Festus Mogae (ehemaliger Präsident von Botswana) wird über Ressourcenmanagement in Botswana sprechen. „Botswana hat eine Reihe von Regulierungsbehörden ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass Transparenz bei der Verwendung von öffentlichen Mitteln herrscht, dass Korruption verhindert und bekämpft wird und dass die Vergabe von öffentlichen Aufträgen nicht durch Unregelmäßigkeiten in Verruf gerät“, erklärt Festus Mogae.

Die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI), die auf dieser Konferenz durch ihren Vorsitzenden, Peter Eigen, vertreten ist betont: „Dreieinhalb Milliarden Menschen leben in Ländern mit großen Öl-, Gas- und Rohstoffvorkommen. Gute Regierungsführung kann dafür sorgen, dass mit der Förderung dieser Ressourcen die Staatseinnahmen wachsen. Als Folge daraus kann wirtschaftliches Wachstum und die Reduzierung von Armut unterstützt werden. Wenn jedoch die Regierung schwach ist, sind solche Vorkommen eher der Grund für Armut, Korruption und Konflikte“.

Andrew Bone (Head of Government Relations, De Beers Group), John O’Reilly (ehemaliger Senior Vice President for External Affairs, BP, Indonesien), Philip M Sigley (Chief Executive, The Federation of Cocoa Commerce) und Salil Tripathi (Senior Policy Adviser, International Alert) werden aus der Perspektive der Privatwirtschaft über die Prävention von Konflikten und den Wiederaufbau von durch den Krieg zerstörten Gesellschaften berichten.

Seit kurzem gibt es eine wichtige Gruppe von Bergbauunternehmen, die den afrikanischen Rohstoffmarkt für sich entdeckt hat und aus China kommt. Aus diesem Grund wird die neu entstandene Rolle Chinas in Bezug auf Afrikas Ressourcenförderung ein Schwerpunktthema des zweiten Tags der Konferenz sein.

Das reiche Vorkommen von Rohstoffen in afrikanischen Ländern und die wachsenden Bedürfnisse an Rohstoffen der aufstrebenden Volkswirtschaften, insbesondere Chinas und Indiens, sind gute Voraussetzungen für eine Süd-Süd Beziehung, in bei der beide Seiten gewinnen können. Die Risiken, dass sich eine solche Beziehung asymmetrisch entwickelt und aus der Balance gerät, sind jedoch groß. Denn in vielen afrikanischen Ländern mit Ressourcenreichtum fehlen die Kompetenzen, um ihre Möglichkeiten zu nutzen und die Bedrohungen, die mit der steigenden Anwesenheit von aufstrebenden Volkswirtschaften einhergehen, so klein wie möglich zu halten. Notwendig sind die Fähigkeit vernünftige politische Maßnahmen zu ergreifen und durchzuführen, ein Ressourcenmanagement einzuführen, multinationale Unternehmen zu regulieren und lokale Wirtschaftszweige auszuweiten. „Daher müssen aufstrebende Volkswirtschaften, insbesondere China und Indien, nicht nur ihre Interessen verfolgen, sondern auch eine konstruktive Rolle spielen, um den Aufbau von institutionellen sowie Kompetenzen bei der Regierungsführung in ihren Gastgeberländern zu unterstützen“, unterstreicht Bo Kong, Direktor der Global Energy and Environment Initiative.