Print this page

Handbuch für Kommunen Teil 3 - Hinweise

Das Handbuch wird seit Juli 2000 nicht mehr aktualisiert, viele Informationen sind daher veraltet bzw. nicht mehr gültig!

Hinweise für den Nutzer

Mit dem nun vorliegenden Teil 3 des Konversionshandbuches NRW wird primär die Konzeption und Zielsetzung eines „kommunalen Erfahrungsaustausches" verfolgt. Die fast zweijährigen praktischen Erfahrungen im Rahmen des BICC-Beratungs- und Dienstleistungsprojektes für die nordrheinwestfälischen KONVER-Kommunen haben gezeigt, daß sich eine Reihe von besonderen und sich nicht selten in unterschiedlichen Regionen wiederholenden Problemstellungen bei der Umnutzung von ehemaligen Militärflächen herauskristallisieren. Diese Problemstellungen werden nunmehr nicht nur gezielt aufgegriffen, sondern es werden zugleich auch mögliche Lösungsansätze aufgezeigt. Auf wissenschaftstheoretisch fundierte Idealmodelle wird dabei zugunsten von Ideen und Methoden verzichtet, die von den Akteuren des Konversionsprozesses vor Ort erdacht und auch bereits mit Erfolg umgesetzt wurden.

Die Darstellung erfolgt im Rahmen von (zunächst) sechs Abschnitten, die in unterschiedliche Kapitel untergliedert sind und den Nutzern des Handbuches in unregelmäßigen Abständen im Rahmen von Ergänzungslieferungen zugesandt werden.

  • Im Abschnitt „Projektmanagement" wird nicht nur die kommunale Entwicklung von Konversionsflächen in Eigenregie, sondern auch die Bildung von „public-private-partnerships" und die Gründung von speziellen kommunalen Entwicklungsgesellschaften für die Projektsteuerung dargestellt. Wichtig ist aber in jedem Fall das kommunale Engagement.
  • Die „Kaufpreisfindung" gehört schon seit Beginn der Standortkonversion zu ihren bedeutendsten Restriktionen. Die oftmals grundlegend voneinander abweichenden Kaufpreisvorstellungen des Bundes und der Kommunen verzögern die zivile Umnutzung der Militärareale nicht selten in entscheidendem Maße. Dies muß aber nicht immer der Fall sein, wie die Beispiele besonderer ausgewählter Handlungsstrategien zeigen.
  • Mit der Aufgabe der militärischen Zweckbindung erhält die Kommune ihre Planungshoheit über die Fläche zurück. Nun ist die Auswahl und der Einsatz des „städtebaulichen Instrumentariums" von besonderer Bedeutung. Neben der Anwendung des Vorhaben- und Erschließungsplans, der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme und des offenen städtebaulichen Gutachterverfahrens stehen vor allem Beispiele des städtebaulichen Vertrages, der gemeinsamen Erschließung und Vermarktung durch Bund und Kommune, im Mittelpunkt dieses Abschnitts.
  • Bei der „Konversion im Außenbereich" spielt oftmals der Umwelt- und Naturschutz eine entscheidende Rolle. Anhand von Beispielen soll gezeigt werden, daß diese Aspekte durchaus Potentiale für die Regionalentwicklung bieten. Tourismus und Naherholung sind dabei nur zwei vielversprechende Perspektiven. Gleichwohl bieten stark versiegelte und relativ gut erschlossene Militärflächen in Außenbereichen mitunter Möglichkeiten zur Lösung von örtlichen Gewerbeflächenengpässen. In diesen Fällen ist es notwendig, die ökonomischen Nutzungsvorstellungen gegen die Außenbereich übliche Freiraumnutzung abzuwägen.
  • Ein weiteres spezielles Thema ist der „Denkmalschutz auf Konversionsflächen". Die mit dem Denkmalschutz verbundenen Auflagen schränken die zivilen Nutzungsmöglichkeiten der ehemaligen Militärflächen oftmals ein und können damit den Konversionsprozeß entscheidend verzögern. Dies muß aber nicht zwingend der Fall sein: Es kommt darauf an, Nutzungsmöglichkeiten zu finden, die sowohl aus ökonomischer Sicht als auch unter dem Aspekt des Denkmalschutzes eine befriedigende Lösung herbeiführen.
  • Die Arbeitsplatzverluste der ehemaligen Zivilbeschäftigten beim Militär im Zusammenhang mit dem Truppenabbau und der Freigabe militärisch genutzter Liegenschaften haben das Problem der Arbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen zusätzlich verschärft. Einen interessanten Ansatz bei der Lösung dieser Aufgabe bietet die Umnutzung der ehemaligen Militärareale selbst. Im Rahmen von sogenannten „integrierten Projekten" können beispielsweise Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für ehemalige Zivilbeschäftigte oder auch Langzeitarbeitslose auf Konversionsflächen durchgeführt werden. Derartige Maßnahmen sind nicht nur auf die Reintegration der Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt gerichtet, sondern leisten auch einen strukturpolitischen Beitrag bei der Reaktivierung der ehemaligen Militärflächen.

Um das Auffinden bestimmter Themenschwerpunkte in den Abschnitten und Kapiteln zu erleichtern, verfügt auch dieser Handbuchteil über ein ausführliches Stichwortverzeichnis in Abschnitt 2.

zurück