Länderstudien "Early warning -early action"
"Early warning - early action"
Entwicklungspolitische
Instrumente zur frühzeitigen
Eindämmung von Gewaltkonflikten
Länderstudien
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Seit Beginn der 1990er Jahre zeichnet sich in der internationalen Debatte um die Gestaltung der Sicherheitspolitik angesichts des Scheiterns der internationalen Staatengemeinschaft bei der Eindämmung gewaltsamer Konflikte in Somalia, Bosnien-Herzegowina und Ruanda ein Paradigmenwechsel ab. Angeregt durch die „Agenda für den Frieden“ (1992) des ehemaligen UN-Generalsekretärs Boutros Boutros-Ghali rückte der Begriff Konflikt- bzw. Krisenprävention in den Mittelpunkt der Debatte, wobei neben Boutros-Ghalis Vorschlägen zum Ausbau der präventiven Diplomatie, vorbeugender Maßnahmen und der Einrichtung von Frühwarnsystemen zunehmend der Beitrag der Entwicklungszusammenarbeit, vorrangig zur langfristig-strukturellen Konfliktprävention, diskutiert wurde. Das Idealziel allen zukünftigen präventiven Handelns hat Boutros-Ghali seinerzeit auf die gewissermaßen dreigeteilte Formel „Spannungen zu vermindern noch bevor ein Konflikt ausbricht – oder, im Konfliktfall, rasch zu handeln, um den Konflikt einzudämmen und die ihm zugrundeliegenden Ursachen zu bekämpfen“ gebracht. Demnach kann Krisenprävention vor und während eines Konfliktes ansetzen sowie generell bei der langfristigen Bekämpfung der sogenannten root causes bewaffneter Auseinandersetzungen.
Vor allem die Minderung dieser grundlegend-strukturellen Konfliktursachen galt lange Zeit als Kernkompetenz der entwicklungspolitischen Präventionsarbeit, so z.B. durch Projekte in den Bereichen Good Governance, Ressourcenmanagement und Sicherheitssektorreform. Parallel dazu wurde auch der Versuch unternommen, die bestehenden militärischen und diplomatischen Instrumente zur kurzfristigen Krisenfrüherkennung und –intervention durch zivile Reaktionsmechanismen zu ergänzen.
Die vorliegende Analyse unternimmt den Versuch, die bestehenden Mechanismen zur Krisenfrüherkennung und –prävention in den OECD-Mitgliedsstaaten zu erfassen und vergleichend darzustellen. Auf der Grundlage dieser Bestandsaufnahme sollen die komparativen Vorteile einzelner Maßnahmen herausgestellt und Empfehlungen für das zukünftige Engagement entwickelt werden.
Im Rahmen der Untersuchung hat das BICC auch eine BICC-Konfliktmatrix als Instrument zur Analyse krisenpräventiver Maßnahmen erstellt.

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