Externe Akteure - Verantwortung erlaubt keine Distanz

Wettbewerb um Rohstoffe
Im Wettbewerb um die wertvollen Rohstoffe spielen Externe Akteure neben staatlichen Institutionen, dem Militär und bewaffneten nichtstaatlichen Gruppen eine wichtige Rolle in Bürgerkriegen.

Denn insbesondere die Rohstoffindustrie und -händler, private Sicherheitsunternehmen und Finanzinstitutionen erhoffen sich hohe Gewinne durch das Geschäft mit den abgebauten Ressourcen. So laufen sie Gefahr Teil des Konfliktes oder sogar "Komplizen" der widerstreitenden Parteien zu werden. Sie nehmen durch ihr Handeln automatisch Einfluss auf die Konfliktdynamik.

Regierungsversagen
Regierungen haben an erster Stelle die Aufgabe, das Funktionieren eines Staates zu gewährleisten. Sie lenken und beaufsichtigen die staatliche Politik im Inneren wie nach Außen und stehen in der Verantwortung die Richtlinien der Politik vorzugeben. So stehen sie auch in der Pflicht Gesetzgebungsprozesse zu veranlassen, um Verhaltensregeln und Kontrollmechanismen zu schaffen, ohne die ein geordnetes und gerechtes Zusammenleben nicht gewährleistet werden kann.

Instabile, fragile Staaten aber sind besonders anfällig für inner- und außerstaatliche Krisen und Konflikte und laufen in extrem kritischen Situationen Gefahr, jegliche Kontrolle über Teile ihres Landes zu verlieren. Ölvorkommen und die Existenz anderer Mineralien können gerade dann zum wichtigen Faktor für Instabilität werden, wenn der Staat keine Rahmenbedingungen für eine hinreichende Verteilungsgerechtigkeit schafft und Sicherheitskonflikte nicht einzudämmen vermag.

Mangelnde Transparenz, fehlende demokratische Kontrolle und Korruption machen eine gute Ressourcenverwaltung unmöglich. Einige Länder sind hochgradig abhängig vom Export bestimmter natürlicher Ressourcen als einzig verbleibende Einnahmequelle. Aus diesem Grund stellen sie dann oft denjenigen, die ihnen helfen diese Rohstoffe zu fördern, keinerlei regulierende Bedingungen.
Doch diese Ressourcen spielen auch eine wichtige Rolle bei der Finanzierung (nichtstaatlicher) bewaffneter Gruppen.

Unternehmen mitschuldig?
Bergbauunternehmen in Konfliktzonen können sich ebenfalls nicht neutral verhalten. Die fördernde Industrie trägt zu den Gründen eines Krieges fast unvermeidlich bei, z.B. durch

Nicht zuletzt spielen auch die den Konfliktparteien zugute kommenden Erlöse eine wichtige Rolle, auf die sie für ihre Kriegsführung angewiesen sind.

Banken und Finanzinstitute stellen den übrigen Akteuren wie z.B. Bergbauunternehmen Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung oder beteiligen sich am "Reinwaschen" von Geld. So werden sie unausweichlich Teil der Kriegsökonomie.

Private Sicherheitsunternehmen
Durch das Fehlen staatlicher Macht sind Unternehmen häufig darauf angewiesen, private Sicherheitsunternehmen zu beauftragen um die Sicherheit ihres Eigentums und ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten. Die Anzahl derartiger Firmen ist in den 1990er Jahren drastisch angestiegen, um das damals entstandene Machtvakuum zu füllen. Problematisch wird es jedoch, wenn diese Sicherheitsfirmen in Ausübung ihrer Aufgabe fragwürdige Praktiken anwenden, Menschenrechte verletzen und kein konfliktsensibles Verhalten zeigen.

Verbraucherverhalten
Last but not least kann auch der Endverbraucher Einfluss nehmen, wenn auch die Verantwortung "konfliktfreie Produkte" zu kaufen, nicht bei ihm allein liegt. Schließlich kann der Konsument nicht selbst nachprüfen, ob das jeweilige Produkt auf der anderen Seite des Erdballs nicht möglicherweise doch zu Armut und Gewalt beitrug. Dennoch spielen die Verbraucher eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Unternehmen und Regierungen in ihrem Handeln zu beeinflussen und bestimmte Mechanismen zu fördern, die für einen "verantwortungsvolleren" Markt sorgen können.