Kimberley Prozess

Der Kimberley Prozess ist die bislang einzig wirkungsvolle Antwort auf den verheerenden, Konflikte schürenden Handel mit Konfliktdiamanten.
Denn in dieser gemeinsamen Initiative haben sich Regierungen, die Internationale Diamantenindustrie und Nichtregierungsorganisationen (NROs) zusammengefunden, um ein internationales Zertifizierungssystem zu schaffen, das den konfliktfreien Ursprung eines Diamanten beglaubigen will.

Kimberley Prozess Zertifizierungssystem
Das Kimberley Prozess Zertifizierungssystem verpflichtet Staaten einerseits zu innerstaatlicher Kontrolle und andererseits zur Sicherstellung, dass sämtlichen Verschiffungen von Rohdiamanten ein anerkanntes Zertifikat beiliegt. Mit eben diesem wird versichert, dass die Diamanten, die international gehandelt werden, keine Konfliktdiamanten sind. Überwacht wird die Einhaltung der Verpflichtung zusätzlich von einem internationalen Gremium.

Fataler Anlass
Im Mai 2000 fand im südafrikanischen Kimberley die erste Konferenz diamantenfördernder Staaten statt, die sich die Eindämmung des Handels von Konfliktdiamanten zum Ziel setzten. Anlass gab insbesondere der in Angola anhaltende Bürgerkrieg, in dem Konfliktdiamanten der Rebellenbewegung als wertvolles Tauschgut gegen Kriegsmaterial dienten.

Internationale Gemeinschaft
Ausdrücklich begrüßt von Generalversammlung und Sicherheitsrat, wurde dann zwei Jahre später, der Prozess beschlossen und in Gang gesetzt. Mittlerweile zählt das KPZS 71 Mitgliedstaaten, darunter alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft. Auch die Bundesrepublik Deutschland setzt sich aktiv für diese Transparenzinitiative ein, und Bundesministerin Heidemarie- Wieczorek-Zeul bezeichnete den Kimberley Prozess "als unverzichtbare Voraussetzung dafür, dass die Menschen am Reichtum ihres Landes partizipieren."

Erste Erfolge?

Dieses Modell der Selbstverpflichtung verschiedenster Akteure trägt erste Früchte: 2003 wurde auch Sierra Leone offizieller Mitgliedsstaat, und mit dem geschlossenen Frieden stiegen Exportgewinne von 26 Mio. US Dollar (2001)auf 142 Mio. US Dollar (2005) und die Wirtschaft wuchs um ganze sieben Prozent.
Doch zeigt ein anderes Bespiel weniger vielversprechende Entwicklungen. Die Elfenbeinküste hat den Kimberly Prozess seit Beginn seines Inkrafttretens ratifiziert und fördert immerhin geschätzte 300.000 Karat pro Tag. Doch offizielle Exporte wurden bislang weder verzeichnet noch wurde jemals ein Kimberley Prozess Zertifikat ausgestellt. Lokale Händler, deren Hintermänner teilweise in benachbarten Staaten wie Mali sitzen, sind die dankbaren Abnehmer. Die Vermutung liegt nahe, dass illegale Handelsströme nach Guinea und Mali führen. Auch berichtet der UN Expert Panel Report 2005, dass die lukrativen Einnahmen aus dem Diamantenhandel wie auch bestimmte Steuern den ivorischen Rebellen(!), der Forces Nouvelles, zugute kämen.

Offensichtlich führt die Umsetzung des Kimberley Prozess in seiner jetzigen Form also noch nicht verlässlich zu den erwünschten Ergebnissen.

Eben dies ist aber Motivation der FT-Kampagne, die eine Überarbeitung des Kimberley Prozesses hinsichtlich seiner Umsetzung und Reichweite fordert.