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Klima Extrem
Radikalisierung der Klimaprotestbewegung?
Release Date
2026-06
Language
- German
Topics
- Building Peace and Social Cohesion
Das Projekt „Klima Extrem“ untersucht erstmals empirisch die Frage, ob und in welcher Form eine Radikalisierung innerhalb der Klimapro testbewegung in Deutschland beobachtbar ist. Ausgangspunkt ist die öffentliche Debatte über Aktionen von Gruppen wie der „Letzten Gene ration“, die häufig als Ausdruck zunehmender Radikalisierung interpre tiert werden. Ziel des Projekts ist es, diese Annahme wissenschaftlich zu prüfen und differenziert einzuordnen. Theoretisch basiert die Studie auf einem erweiterten Radikalisie rungsverständnis, das nicht nur Gewaltanwendung umfasst, sondern ideologisch begründete Rechtfertigungen für von der gesellschaft lichen Norm abweichendes Handeln insgesamt berücksichtigt. Als analytischer Rahmen dient insbesondere das Zwei-Pyramiden-Modell nach McCauley und Moskalenko (2017), das zwischen Einstellun gen (Meinungspyramide) und tatsächlichem Tun (Aktionspyramide) unterscheidet. Dadurch kann Radikalisierung als mehrdimensionaler Prozess auf individueller, gruppendynamischer und gesellschaftlicher Ebene untersucht werden. Empirisch stützt sich die Studie auf teilnehmende Beobachtungen bei Protestcamps, Demonstrationen und Gerichtsverfahren sowie auf narrative Interviews mit Aktivist:innen unterschiedlicher Gruppen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Klimaprotest in Deutschland als hetero gene Sammlungsbewegung zu verstehen ist, in der unterschiedliche Organisationen situativ zusammenwirken. Protestcamps spielen dabei eine zentrale Rolle als Infrastruktur für Austausch, Mobilisierung und strategische Planung.
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